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SVWS Regatta mit Seggerlinge & Europe '13


Zeit: 
15.06.2013 - 16.06.2013
Ort: 
Borgwedel, Schlei
Verein: 
SVWS
Freigabe: 
bestätigt
EuroCup: 
nein
RL-Faktor: 
1,0
M: 
3 (3 Wettfahrten (bis 31.03.2014 Maximum bei 1 bis 2 Wettfahrttagen))
Starter: 
10
Moth-Starter: 
10
Ergebnis: 
  1. Sven Kloppenburg
  2. Harald Steiner
  3. Gerold Pauler
  4. Søren Buhl
  5. Ole Frey
  6. Jens Zurmühl
  7. Manfred C. Schreiber
  8. Toni Schmatz
  9. Juryk Henrichs
  1. Matthias Mählmann

oder als PDF.

Meldeschluss ist der 09. Juni 2013

Infos: http://www.svws.de/schlei.html
Ausschreibung:  http://www.svws.de/uploads/media/Schlei_Ausschreibung13.pdf
Online Meldung:  http://www.svws.de/193.html

Bericht: 

Vorab schon mal die Berichte von Harald und Manfred aus dem Forum:

Harald,

Hi ihr, bin grad auf der Heimfahrt und beim Pizzapause machen. Hatte ein schönes,anstrengendes Wochenende mit seeeehr viel Wind.Am Samstag konnte nur ein Lauf gesegelt werden da ein heftiges Gewitter ein weiteres segeln unmöglich machte. Die Sicherungsboote hatten viel zu tun und die Wettfahrt Leitung wollte danach nicht noch mal raus. Am Sonntag hatte es so viel Wind dass ich grosse Mühe hatte ab zufallen, selbst Sven hat es am Wind einfach umgeblasen oder er ist an der Leetonne einfach mal 200m weiter nach leer gefahren weil eine Böe ein anluven unmöglich machte. Sven hat souverän gewonnen vor mir und dritter wurde zu meiner grossen Freude Gerold der heftig gekämpft hat, bravo. Das Fazit für mich: selbst bei Hack ist Sven nicht zu schlagen, was ich am Wind mithalten könne ist er mit super Handling auf Raum einfach davongebraust. So, und jetzt hab ich noch weitere 500km vor mir, chiao, Harald

Manfred,

Moin Harald und alle anderen, die an die Schlei gereist sind.

Danke für den schnellen Bericht, Harald. Toll geschrieben. Steht ja schon fast alles drin. Bleibt noch nachzutragen, dass wir sehr nett aufgenommen wurden, wir aber mit dem Club noch ein wenig an der Abwicklung arbeiten müssen. Natürlich wurde alles auch ein wenig "durcheinander geweht" bei dem starken Wind, Sirenengeheul und Feuerwehr und Rettungswagen am Ufer sprachen schon eine deutliche Sprache. Toll aber das stark angehobene Niveau in der Mottenklasse. Keine größere Schäden. Alle sind mit eigener Kraft wieder heil an s Ufer gekommen und die besseren von uns haben gezeigt, dass man auch bei diesen harten Bedingungen seine Runden segeln kann. Großes Kino. Und ja, in

Eine bessere Werbeveranstaltung für die Mottenklasse, als gemeinsam mit so vielen jugendlichen Teilnehmern auf "PIRATEN", "TEENYS" und "SERGERIXén" um die Bojen zu segeln, kann es kaum geben. Auch die "SEGGERLING" Senioren waren begeistert und es gab viele Fragen nach Technik und natürlich die obligatorische Frage: "Wat kost´dat?"

Allen Mottisten eine schöne Woche und weiterhin viele schöne Segelstunden und hoffentlich sehen wir uns am Walchensee.

Gerold,

Danke Harald, danke Manfred,

...
Kann einer von Euch den Wind schätzen?
Es waren doch mehr als die angesagten 4-5 Bft.
Oder täusche ich mich so?
Gerold

Manfred,

Moin Gerold,
die Aufzeichnungen in SL Jagel zeigten für die betreffende Zeit, die wir auf dem Wasser waren, ca. 20-22kn und in Böen mehr. Das sind 6 Bft. Segelfreunde von mir, die am Samstag durch das Gebiet in der großen Breite gefahren sind, hatten mehr als 35 Knöpfe (in Böen 8 Bft) auf der Uhr. (komplett Segel geborgen, nur unter Topp und Takel mächtig Schräglage schiebend). Unter Land war es natürlich viel ruhiger bei dem ablandigen Wind. Das hatte selbst mich ja am Samstag, nach Reparatur, nochmal rausgelockt, bevor diese Hammerbö von ca. 5-7 min Dauer mit teilweise 8 Bft über das Feld hinweg zog. Das jetzt alles ohne Übertreibungsfaktor. Du weißt, wir Nordlichter neigen gerade bei Windstärken zu "Understatement". Hier gehen keine Lichter an, ab 3 Bft und verbannen die Leute vom Wasser... Bis ich mal ne 7 oder gar 8 erwähne, da muss schon fliegendes Wasser zu sehen sein. Und das habe ich selbst gesehen, geschützt hinter meinem Trampolin im gekenterten Zustand. Sven erwähnte noch, dass die Motte so viel sicherer aufgehoben gewesen sei, als evtl. an Land mit oder ohne Segel. Vom, kurzzeitig mit Hagel geprügeltem Segler, sprachen wir in dem Fall nicht.

Schön aber, das soviele Motties dabei waren und am Ende doch glänzende Augen und ein Lächeln im Gesicht hatten. Meine Ami DN Freunde würden nach so einem Erlebnis gleich wieder einen Aufnäher produzieren: "I survived the Blizzard". Insofern sind wir alle Helden.

 

Gerold,

Nachdem Harald und Manfred schon ausführlich vom Event berichtet haben gebe ich doch noch meine ganz subjektive Sichtweise zu Protokoll.

Da ich mich äußerst kurzfristig dazu durchgerungen habe doch noch am Schlei Weekend teilzunehmen hatte ich schon vorab ein Zimmer im Landgasthof Güby reserviert.

Los ging es am Samstag Morgen - Aufstehen kurz nach 5:00. In Potsdam half mir dankenswerterweise  Burkh beim Aufladen der Motte, so dass ich um 7:00 in Potsdam loskam.

Die Fahrt verlief - mal abgesehen davon, dass ich gerade noch rechtzeitig bemerkt habe, dass ich die falsche Zieladresse notiert hatte (Wedel statt Borgwedel) - ohne besondere Vorkommnisse. Somit war ich kurz nach 11:00 in Borgwedel an der JH.

Ein kurzes Hallo - bis auf die Dänen waren schon alle da, einchecken und los ging es mit dem Aufbau. Kurz darauf traf dann auch Ole ein. Harald zeigte mir stolz das Horizontalfoil, das er für mich gebaut hatte und die dazu passend reparierten Verticals. Eine eingehendere Untersuchung musste aber warten, da die Zeit bis zum ersten Start bei mir wie immer knapp wurde. Somit hetzte ich wie üblich den anderen hinterher zum Startschiff.

Trotzdem war ich diesmal rechtzeitig zum ersten Start an der Linie. Leider hatte ich meine Sensorik noch etwas optimistisch eingestellt (ca. 2 Umdrehungen zu hoch), so dass ich bei den gegebenen Bedingungen recht häufig komplett austauchte und etliche Abschmierer und auch ein paar Pitchpoles produzierte. Somit war es keine große Überraschung, dass ich die erste Wettfahrt als Schlusslicht beendete.

Beim Warten auf die zweite Wettfahrt kamen wir dann ins Gewitter. Ich hatte es gar nicht kommen sehen. Immerhin war der Himmel schon die ganze Zeit recht grau. Aber mit der Böe war das Gewitter schon da und bei dem Wind für mich keine Möglichkeit mehr vom Wasser zu kommen.

Ich konnte die Motte zwar aufrichten, sie stellte sich aber mit knatterndem Segel direkt in den Wind und verharrte dort äußert stabil ohne erkennbaren Vortrieb oder Nickmoment zu generieren. Nachdem ich das eine Zeitlang beobachtet hatte entschied ich mich dafür die Motte mit Gewalt auf die Seite zu schmeißen um das Segel zu schonen. Nun konnte ich mich auch wieder etwas mehr auf meine Umwelt konzentrieren musste aber feststellen, dass ich gefühlt der einzige Mensch auf der Schlei war (Sichtweite ca. 10 Meter). Da dachte ich nur "hoffentlich rauscht jetzt kein Kutter durchs Feld". Nachdem Regen und Hagel etwas nachließen verbesserte sich so langsam die Sicht und ich konnte das Startboot wieder erkennen. Dann sah man auch schon die ganzen gekenterten Seggerlinge, Piraten und Seggerixe, die allesamt wesentlich mehr Probleme hatten wieder in die Boote zu kommen als wir gut trainierten Mothies. Es war nun Zeit an Land zu fahren, da auch wenn sich das Wetter beruhigte zunächst keine weitere Wettfahrt in Sicht war. Dort wurden wir schon von Feuerwehr und Sanitätswagen erwartet - beunruhigte Anwohner hatten diese alarmiert. Bis auf einen unterkühlten Seggerix, der etwas zu leicht bekleidet baden ging waren aber keine ernsthaften Verletzungen zu melden.

Søren war zwischenzeitlich auch eingetroffen nur Hans hat es aus beruflichen Gründen nicht geschafft. Somit waren wir komplett. Wirklich? Nein, Jens Z. war noch draußen. Er hatte das Gewitter am gegenüberliegenden Ufer abgewettert und kam erst jetzt mit einiger Verspätung zurück.

Da noch ein weiteres Gewitter angesagt war blieb es dann auch bei der einen Wettfahrt. Somit hatte ich jetzt genügend Zeit mir von Harald die Foils genauer zeigen zu lassen. Während Juryk an seiner gebrochenen Sensormimik laminierte. Wir wählten auch ein Vertical, auf das wir das Horizontal - wie üblich mit dem Gummihammer - klopften. Dann mussten wir noch den Pushrod kürzen, da das reparierte Vertical etwas kürzer geworden war. Leider passt durch die Abkehr von der F-Box die Bohrung für den Schwertbolzen nicht mehr und dies wollten wir am späten Abend nicht versemmeln.

Somit vertagten wir diese Arbeit auf Sonntag (falls genügend Zeit wäre) und stürzten uns ins Vergnügen. Sprich während sich alle anderen schon dem Essen zuwandten durfte ich schnell nach Güby fahren um im Landgasthof einzuchecken. Dies dauerte nicht lange und bei meiner Rückkehr standen Juryk, Harald, Søren, … nur zwei Meter vor mir in der Warteschlange für die Steaks und Würstchen. Da es noch etwas an Flüssigkeit mangelte fuhren Harald und ich an eine nah gelegene Tanke und besorgten etwas Cola und Bier. Somit war die Grundlage für ein nettes Beisammensein bis zur Dunkelheit geschaffen. Um 23:00 raffte ich mich auf, fuhr ins Hotelzimmer, stellte mich unter die warme Dusche und gut wars.

Sonntag 7:15 schon wieder so früh.

Hilft nichts kurz unter die Dusche um wach zu werden - ab 8:00 gibt es Frühstück, auschecken und zur Schlei. Hier hatten auch schon alle gefrühstückt und sind natürlich schon weiter mit den Startvorbereitungen. Trotzdem schaffe ich es heute noch früher ans Startboot - ich habe nicht mal vergessen die 2 Umdrehungen am Bowdenzug reinzuschrauben und das Tape auf der Entlüftung hält heute auch. Dies sollte mir an diesem Tag viel helfen - ich erinnere mich nicht daran, dass ich am Sonntag mit dem Hauptfoil ausgetaucht wäre. Trotzdem gab es bei den harten Bedingungen einige Pitchpoles davon drei mit vornüber durchkentern, so dass die Mastspitze im Morast der Schlei steckte. Downwind war immer ein gewagter Husarenritt auf Messers Schneide aber mit der Zeit kam etwas Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zurück.

Wie üblich kann ich über die Platzierungen nicht viel sagen - ich bin ja schon froh wenn ich genügend sehe um den Kurs zu erkennen. Aber scheinbar ging es der Wettfahrtleitung ähnlich, da sie mich im letzten Lauf auf den ersten Platz gesetzt hatte. Dies haben wir anschließend geklärt. Was mich jedoch sehr überraschte war, dass Sven meinte er hätte auch nicht alle Runden im letzten Lauf und da ich nach Harald durchs Ziel ging bedeutete das wohl, das Sven hinter mir war. (Kopfschüttel)

Ich habe die Ergebnisliste mal mit einigen Korrekturen (Manfred nicht erster sondern 4. in erster Wettfahrt, Harald dritter statt 6. in 2. Wettfahrt und ich 4. statt Sven in letzter Wettfahrt) durchgerechnet - am Endergebnis ändert sich für die ersten 3 nichts nur die Punktzahlen sprechen deutlicher für Sven und Harald, Ole und Søren tauschen die Plätze, der Rest wäre wieder identisch.

Somit war für mich das Schlei Weekend ein voller Erfolg.

Boot richtig eingestellt.

Wieder Selbstvertrauen getankt.

Bestes Regattaergebnis meiner Laufbahn

und ich darf mich (lt. Manfred) als Held fühlen. ;-)

 

Was will man mehr?

 

Grüße

Gerold

 
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